Sunday, October 14, 2007
Time is running....
Die Uni macht immer noch viel Spaß, ich lese viel und verfluche, dass ich Münster nie den Schwerpunkt auf politische Theorie gelegt habe. Nun habe ich das Problem, dass ich keine Ahnung bzw. nur wenig Ahnung von den Theorien habe, die in Schweden aber als essentiell sowie existenziell vorausgesetzt werden.....
Die Wohnung ist von uns komplett in Beschlag genommen worden, also alles super hier. Wir benehmen uns lieb und nett und letztes Wochenende hatten wir ne Art Housewarming party mit ein paar Leuten aus unserer Klasse und Chelsey und ich hatten "Dinner" gemacht, weil am Montag darauf kanadisches Thanksgiving war und wir vorgefeiert haben.
Gestern waren wir dann bei Michele und Anna eingeladen zum internationalen Dinner. Michele (Italien) studiert mit mir und Anna ist seine schwedische Freundin. Dann waren da noch mehrere Leute aus der Türkei und aus dem Libanon, Chelsey aus Kanada, Kristina und Patrick aus Schweden, Johan aus Norwegen, Pia aus Finnland, Louis aus Mexiko, Erika aus den USA und ich aus Deutschland. Hatten also sehr viel, sehr Leckeres zu essen.
Insgesamt war die ganze Woche sehr wirr, weil ich mal wieder in ungeahnte Aktivitätn reingerutscht bin. Aber von vorne: Am letzten Wochenende wurde in Stockholm ein 16-jähriger Junge von anderen Jugendlichen nach einer Party so doll zusammen geschlagen, dass er einen Tag später an den Folgen gestorben ist. Dieser Vorfall hat Schweden entsetzt und sofort ist in Stockholm eine Bewegung entstanden, die sich gegen die Gewalt auf der Straße einsetzt. Denn die Gewalt auf der Straße, die zu 95% Gewalt unter Jugendlichen ist, ist in den letzten Jahren in Schweden stark angestiegen.
Kristina aus meiner Klasse wiederum fand es unglaublich, dass in Göteborg nichts passierte und hat eine Facebook-Gruppe gegründet mit dem Ziel, am Freitag (also vorgestern) eine Veranstaltung zu organisieren, bei der dem Jungen gedacht werden soll und bei dem die Bevölkerung für das Problem sensibilisiert werden sollte.
Da sie die einzige in Göteborg war, die eine Initiative gestartet hatte, hatte sie plötzlich eine Million Zeitungen, Radiosender und TV-Stationen, die Interviews mit ihr wollten und das Ganze wurde unglaublich gehypt. Kristina hatte daher um Hilfe gebeten, weil es zu groß wurde und Chelsey und ich haben gesagt, ja, klar, wir sind dabei. Und zack, einen Tag später sah man mich im schwedischen Fernsehen beim illegalen Bekleben von Bushaltestellen. Die Veranstaltung am Freitag war sehr gut, es kamen eine Masse Leute und Kristina kurze Rede wurde in den nationalen Abendnachrichten (Schwedische Tagesschau) gebracht. Für drei Tage Vorbereitung eine fast unglaubliches Ergebnis. Chelsey und ich hatten zudem ein Bettlaken in eine Art Petitionsbanner umgewandelt und eine Masse Leute haben die Aussage "Zusammen gegen Gewalt auf der Straße" unterstützt und nun ist das Bettlaken voller Unterschriften und soll evtl. dem City Council übergeben werden. War wirklich interessant zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt hat.
Ansonsten ist wie gesagt alles soweit in Ordnung. Kleine Eigenheiten hat dieses Land auf jeden Fall, aber ich mag es sehr gerne.
Freue mich über mails und alles.
Passt auf euch auf und lasst euch niemals unterkriegen!
Wednesday, October 03, 2007
Finally settled down
Gestern waren wir dann bei IKEA und haben noch ein paar (natürlich nur unbedingt notwendige, hihi) Dinge gekauft. Nun bin ich stolze Besitzerin einen Rattan-Sessels und eines Rattan-Sitzkissens und von einer Kommilitonin habe ich nen Teppich geschnorrt. Noch ein paar Kerzen und mein Zimmer war fertig. Nun fühle ich mich wirklich wohl. Und auch meine wunderbaren Malereien aus Afrika hängen schon teilweise an der Wand - ja, ich habe sie mitgenommen. Dafür habe ich alle meine Röcke vergessen. Naja, man kann nicht an alles denken, hihi.
Ansonsten läuft alles weiter. Am Freitag waren wir feiern mit nen paar Leuten aus der Klasse. Man bezahlt mal lockere 10 Euro Eintritt und die Getränke sind auch teuer. Also muss man einfach vorher mehr trinken. Ich habe auch zum ersten Mal in meinem Leben ein 3-Liter-Tetrapak Wein gekauft, für umgerechnet 18 Euro. Das reicht dann für ein paar Leute und es ist billiger als einzelne Flaschen zu kaufen. Alkohol ist hier sowieso so ne Sache. Er ist echt teuer und Sistemabolaget (bottel store) schließt schon um 18:00 Uhr, samstags sogar schon mittags und sonntags gibt es gar nichts zu trinken. Nur Bier bis zu 3,5%, denn das darf im Supermarkt verkauft werden und der hat auch sonntags offen.
Uni macht weiterhin Spaß, ich habe das Gefühl, ich werde vollgehauen mit neuen Sachen, anderes ist allerdings auch Wiederholung. Viele Sachen in unserer Literatur sind allerdings ziemlich anspruchsvoll und durch einiges muss man sich echt durchbeissen. Dafür befindet sich mein (akademisches) Englisch fast auf dem Stand von letztem Oktober, Verständnis- und Verständigungsprobleme habe ich also nicht. Morgen werde dann endlich versuchen, eine schwedische Personnummer zu bekommen, denn die öffnet einem die Tür zu allen Verträgen etc. Und ich muss mich noch registrieren lassen, aber das ist auch so ne Geschichte mit viel Bürokratie, da muss ich erstmal schauen, ob ich das nächste Woche hinbekomme.
Mmmhhhhh..... gibt es grad noch mehr zu berichten? Gerade eigentlich nicht. Es läuft halt alles. Werde mich auch noch für nen Schwedischkurs für Immigranten anmelden (sobald ich meine P-Nummer habe), solange versuche ich es mit einem Selbststudium. Mehr oder weniger erfolgreich.
Morgen ist hier übrigens Kanelbullar-Tag, das heisst, die Schweden feiern die Zimtwecke. Und heute ist Tags der deutschen Einheit. Fällt mir dazu ein, hihi.
Naja, ansonsten würde ich mich natürlich sehr über mails und auch Post freuen. Meine neue Adresse gibt es per mail, die muss net so öffentlich auf dem Blog stehen. Ansonsten macht es gut und lasst von euch hören, damit ich euch nicht noch mehr vermisse, als ich es eh schon tue.
Ach ja, habe gerade meine Flug für Weihnachten gebucht, komme am 23.12. an und bleibe bis zum 6.1. - ne HQH-41-Reunion ist geplant und natürlich freue ich mich auf die Braunschweiger Mädels und Jungs. Also, freut euch gefälligst auch auf mich, hihi.
Passt auf euch auf, wo immer ihr seid!

Friday, September 28, 2007
Ready to move in?
Mehr dazu am oder nach dem Wochenende.
Mir geht es auf jeden Fall soweit ganz gut.
Wenn ich allerdings die Nachrichten lese, wird mir schlecht. Lernt die Menschheit denn nie dazu???? Wo ist denn die positive Globalisierung, wenn man sie braucht? Wieso ist die Militärjunta is Burma / Myanmar nicht zu stoppen? Hoffen wir, dass es sich zum Besseren wendet.
Trotzdem ein schönes Wochenende. Ich denke an euch alle und ein spezieller Gruss heute an Cat, das Geburtstagskind in Ruanda, und an Lize und Sina, an die ich ganz doll denke und denen ich nur positive Gedanken schicke. Klopft euch auf die Schulter, ihr seid toll!
Take care!
Saturday, September 22, 2007
The One with the Microcosm
Mhhh…. wo soll ich anfangen. Ich habe die letzten Woche eigentlich in einem Mikrokosmos verbracht, der aus Universität und Wohnungssuche bestand. Das ich in einer fremden Stadt in einem fremden Land studiere, ist mir bisher noch nicht richtig klar geworden. Oder lebe ich mich mittlerweile so schnell irgendwo ein? Nein, mit Sicherheit nicht, denn ich vermisse euch alle – Freunde und Familie doch schon sehr, auch wenn ich kein Heimweh habe. Aber die Situation, dass man keine Vertrauten in einer Stadt hat, ist doch immer wieder gleich merkwürdig. Aber keine Sorge, mir geht es soweit ganz gut.
Die Uni macht wirklich unglaublichen Spaß, auch wenn das keiner glauben mag. Wir hatten neulich besuch von Johan Galtung, dem Vater der Friedens- und Konfliktforschung und einer der Helden der Globalisierungsdebatte. Wer in der Richtung studiert, wird ihn kennen. Obwohl die Vorlesung eher ein Breitbandformat war, ist es doch ziemlich unglaublich zu sehen, wie viel wissen ein Mensch in über 50 Jahren Forschung auf einem Gebiet sammeln kann. Er war zum Beispiel derjenige, der vermittelte, als es zum Streit zwischen Dänemark (?) und den Moslems über die Mohammed-Karikaturen kam und es große Aufstände mit Verletzten vor den dänischen Botschaften in islamisch geprägten Ländern gab.
Allerdings ist sie auch tierisch anstrengend. Während ich auch Münster durchaus 20 Semesterwochenstunden gewohnt war, sind es hier nur 8, allerdings gibt es dazu soviel zum Lesen, das ich gar net weiß, wann ich das alles machen soll. Dazu kommen Gruppenarbeiten, Paper müssen geschrieben werden, und, und, und…..
Ach ja, und natürlich habe ich auch gleich wieder was gefunden, wo ich mich reinhängen kann. Ich bin im Subject Group Section Board der Students Union, das bedeutet auf deutsch ungefähr Fachschaftsrat, das System ist bloß etwas anders hier. Zumindest vertrete ich dort die Subject Group („Fachschaft“) vom Master Global Studies als Repräsentantin. Und wir werden Ausflüge, Partys, Gastvorträge und Studiengruppen organisieren, es ist also echt alles super. Den Rest meiner Zeit habe ich mit Wohnungssuche verbracht, in dieser Stadt mit der undankbarste Job der Welt.
Aber manchmal darf man auch mal Glück haben, und siehe das, es hat geklappt. Chelsey und ich haben gestern zumindest die vorläufige Zusagen für ein apartment bekommen, ca. 60 qm and wirklich schön und nen guter Preis. Wenn alles gut geht (und davon gehe ich aus), habe ich in 10 Tagen oder so also endlich eine Tür, die ich hinter mir zumachen kann, ich kann endlich meine Koffer auspacken und ich kann endlich ganz ankommen.
Vielleicht erweitert sich dann auch mein Mikrokosmos.
Einige schwedische Sachen habe ich aber natürlich längst in mein Herz geschlossen:
- Kanelbullar habe ich letztes Mal schon erwähnt
- After Work glaube ich auch, eine wirklich gute Sache. Waren gestern in einem Mini-Pub, der Notting Hill hieß, und sehr, sehr leckeres Essen hatte.
- In der Straßenbahn (in den alten), gibt es merkwürdige Metallschnüre, von denen ich nicht wusste, was es ist. Nachdem ich mehrere Male umsonstn „Ich will halten“-Knöpfen gesucht habe, kapierte ich irgendwann, dass man die Metallschnüre ziehen muss und dann hält die Bahn an der nächsten Haltestelle. Find ich gut! Und erinnert mich an die selfmade-Türschliesser in den Kombis in Botswana….
- manchmal hält die Straßenbahn mitten auf der Strecke an, der Fahrer steigt mit einem riesigen Ding, eine Art Schraubenzieher aus Eisen, aus und stellt die Weiche um oder so. Das wiederum finde ich wirklich amüsant!
- sie verkaufen Spaghetti in 1- oder 2kg-Paketen. Merci dafür!
- in den meisten Supermärkten steckt man das Kleingeld in eine Box mit Schlitz – viel weniger Arbeit für die Kassiererinnen
Tja, wie gesagt, ansonsten lebe ich in einem Mikrokosmos, aber das wird sich schon noch ändern. Ich werde mich gleich erstmal auf den Weg zur Bücherei machen und mit dem Lesen starten.
Ich hoffe, euch geht’s alles gut. Passt auf euch auf und ich würde mich freuen, von euch zu hören.
Fotos gibt’s das nächste Mal wieder.
Juliane
PS: Wer mich besuchen mag, ist herzlich wilkommen. Meine lieben Eltern kommen am 23.11., das Wochenende ist also schon vergeben ;-)Monday, September 10, 2007
Off to the archipelagos


Autos waren auf Brännö (die größte der Schären, über die wir gelaufen sind) nicht erlaubt. Diese Teile haben mindestens soviel CO2 ausgestossen wie zehn Trucks, zumindest dem Gestank nach.









